Sonntag, 24. Januar 2016

Monatsbericht zum 23.01.2016 - wikifolio nirvana global resources


Mein Portfolio wikifolio nirvana global resources verlor zu Beginn des neuen Jahres rund 10%. Dies war vor allem auf die schwache Kursperformance der Kapitalmärkte einhergehend mit einem Ölpreisverfall geschuldet. Seit Jahresbeginn wurden drei Transaktionen durchgeführt – zwei Limitverkäufen stand ein kleiner Kauf gegenüber. Der Investitionsgrad liegt bei 93%.

Das Jahr hat katastrophal für die Rohstoffunternehmen begonnen. Einzig Gold konnte sich dem Abverkauf und den nachlassenden Preisen widersetzen. Besonders hart hat es Öl getroffen, wo die Brentnotierung auf 27 USD je Barrel gefallen ist.

Allerdings auch die restlichen Branchen und Märkte hat es hart erwischt. Mit einem Minus beim DAX von -11% bzw. einem S&P in Euro von -8% gab es in diesem Jahr keinen positiven Januareffekt und das, obwohl wir weiterhin geldpolitische Maßnahmen in Japan und Europa haben und im Laufe der nächsten Woche die FED wahrscheinlich auch eine Zinspause bis September signalisieren wird.

Zunehmend als Problem kristallisieren sich folgende Punkte heraus: fehlende Wachstumsimpulse aus den Schwellenländern, fehlende Maßnahmen aus China, beginnender US-Wahlkampf und eine schwächere Ergebnissaison. Die USA sind in einer technischen Rezession – während die Industriewerte Null-Wachstum sehen, ist das Bild des Konsumenten ebenfalls nicht sehr rosig.

Auf die Rohstoffe ist das Bild ebenfalls düster – obwohl viele dieser Preise mittelfristig keinen Sinn machen, dazu aber später mehr. Hauptproblem des Sektors ist vor allem die Verflachung der Angebotskurve bei deutlichen Überkapazitäten.

Das Thema der Überkapazitäten sollte sich nach und nach auflösen. Bei Gold und Zink kommen keine neuen Minen mehr, sodass hier die Produktion zunehmend rückläufig ist, bei Kupfer kommt nach Los Bronces keine neue große Mine in diesem Jahr mehr. Bei Eisenerz sollten die drei großen ihre Kapazitäten nicht weiter ausbauen. Problematisch bleibt Öl, wo vor allem von den Ölländern noch wenig Disziplin zu verspüren ist.

Mit Öl wird das Dilemma deutlich. Viele Länder können keine Kürzungen vornehmen, weil sie die Einnahmen für den Haushalt brauchen und die Länder, die es könnten – allen voran Saudi Arabien - wollen keine Marktanteile verlieren. So sehen sich nun die Golfstaaten gezwungen alternative Geldquellen zu suchen (Steuererhöhungen), was zu weniger Wachstum in diesen Ländern führen wird oder den Abverkauf ihrer riesigen Staatsfonds, was wiederum Druck für die Aktienmärkte bedeutet. Mit einem möglichen Börsengang von Saudi Aramco könnte Saudi Arabien weiter Druck auf den Ölpreis ausüben. Aus unserer Sicht muss die Kürzung vor allem von den US-Unternehmen bzw. kanadischen Ölsandunternehmen kommen. Da der Produktionspeak noch nicht abzusehen ist bleiben, ich weiterhin vorsichtig bei den Ölnamen. Einzig Freeport und BHP haben Ölexposure.

Gleichwohl hat der Ölpreis auch einen negativen Effekt auf die Rohstoffe. Der Zusammenhang bei den anderen Energierohstoffen ist einfach. Weder Kohle noch Uran können gegenüber Öl stark steigen, da sie dann substituiert werden würden. Allerdings gerade bei Uran ist die Angebotskurve wesentlich interessanter. Für Kohle ist das Bild genauso schwarz wie für Öl. Unternehmen die Kohle haben (allerdings für die aktuellen Gewinne eher unwichtig) sind Glencore, South32 und BHP.

Öl wird allerdings auch als Kostenposition – in Form von Treibstoff- und Stromkosten - beim Abbau der anderen Metalle geführt. Durch den niedrigeren Ölpreis kommt es zu einer Verflachung der Kostenkurve, wodurch die Industrieprofitabilität abnimmt. Da jeder günstiger produziert und somit der Schnittpunkt zischen Angebot und Nachfrage sinkt. Versucht man über den Ölpreis per Regression den Kupfer- oder Goldpreis herzuleiten, lägen diese bei ca. 3.000 USD/T (Kupferpreis aktuell bei ca. 4.500 USD/T) und bei 450 USD/Unze bei Gold.

Kann ich mir einen Kupferpreis von 3.000 USD vorstellen, vor dem Hintergrund, dass die Nachfrage durch bspw. Elektromobilität und der strukturellen Nachfrage der Schwellenländer weiter zu nimmt und auf der Angebotsseite zunehmend der Peak erreicht ist. Nein! Aber auch hier ist vor allem Codelco negativ zu erwähnen, die Menge vor Preis stellen und insgesamt sind die Kapazitätskürzungen der Industrie zu gering.

Bei Gold hat das Jahr eigentlich ganz gut begonnen. Der Goldpreis hat sich erholt einhergehend mit den Goldminenaktien. Obwohl das Verhältnis Gold zu den anderen Rohstoffen eher sagt, dass Gold überbewertet ist, fühle ich mich weiterhin wohl bei den Goldnamen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass allerorts die Schuldenberge sich aufbauen und die expansive Geldpolitik nicht in nennenswertem Wachstum resultiert. Mit weiter abnehmenden Wachstumsraten erscheint der aktuelle Markt sehr schwierig.

Zunehmend mache ich mir Sorgen, das wir wieder auf ein ähnliches Jahr wie 2008 zu steuern. Daher werde ich versuchen, das Goldexposure auszubauen und bei einer Gegenbewegung der Industriemetalle einige Positionen zu reduzieren.

Bei der größten Position Bougainville scheint langsam Bewegung in die ursprüngliche Geschichte zu kommen. Nachdem Rio Tinto Mitte 2014 gesagt hatte, man prüfe alle Optionen, scheint es man versuche die 53%-Beteiligung an Papua Neuguinea zu verkaufen. Ein Kauf durch PNG sollte zu einem öffentlichen Angebot für Kleinaktionäre führen. Der genannte Wert läge in etwa dreimal höher als aktuell. Daher wird diese Position weitergehalten.



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