Mittwoch, 11. November 2015

Was sind bisher die Trends der Berichtssaison Q3 2015?


Nachdem nun rund 90% der Firmen berichtet haben, sieht man, dass vor allem die Erwartungen (die vorher oft nach unten revidiert worden sind) auf der Gewinnseite zu 71% übertroffen wurden, während der Umsatz nur von 44% der Unternehmen übertroffen wurde. Aktuell geht der Markt von einem Gewinnrückgang von 2,2% in Q3 für den S&P 500 aus.

Überraschend oder auch nicht, ist dass so viele Unternehmen beim Umsatz nicht positiv überraschen konnten. In Summe war der Umsatz in Q3 5% rückläufig. Damit sinkt der Umsatz erstmalig seit 2009 drei Quartale hintereinander. Hier spricht man von einer Umsatzrezession. Hauptsächlich ist diese bedingt durch den negativen Währungseffekt und die fallenden Rohstoffpreise.

Ein ähnliches Bild (ex Währung) für die positive Überraschungen zeigt sich in Europa sowohl bei Umsatz als auch Gewinn basierend auf dem Quartalsvergleich.



Laut Goldman Sachs sind vier Themen in den conference calls der Unternehmen hervorzuheben.



Thema 1: Eine Divergenz zwischen den Wachstumsaussichten der Konsum- und Industriewerten


Unternehmen mit Exposure zum Konsumenten wachsen stetig weiter, auch wenn bereits hohe Niveaus erreicht sind:


Ford Motor Co.
…we're expecting North America to have a very, very strong year with top-line growth and also a full year profit that will be higher than what we achieved last year…so a really strong performance from North America driving the overall company.


Starbucks Corp.
Our fast-growing Americas segment continues to deliver industry-leading growth…and it opened 612 net new stores over the past 12 months.
 
Dem steht die Ausrüstungsindustrie gegenüber, die auf Kunden trifft deren Produktionsanlagen nicht ausgeschöpft sind oder wo Überkapazitäten herrschen:


Caterpillar Inc.
We anticipate between now and 2018 about $1.5B of annual cost reduction…we plan on reducing about 4,000 to 5,000 of our non-production workforce before the end of 2016.



3M Co. (MMM)
Our U.S. Industrial business, which experienced softer end market conditions and a challenging year-on-year comparison, declined organically.

 

Thema 2: Erste Zeichen inflationärer Tendenzen werden kommuniziert

McDonald’s Corp
The incremental labor cost in the U.S. related primarily to our decision to invest in our people by raising wages and providing paid time off for employees at our company-operated restaurants, as well as providing educational assistance to all eligible U.S. restaurant employees effective July 1. These costs, along with wage increases mandated by several states during H1, impacted third quarter U.S. margins by about 400BPS.

Union Pacific Corp
Labor inflation was about 4% for the third quarter, driven by agreement wage inflation as well as higher pension and other benefit expense. For the fourth quarter, we expect labor inflation to also be about 4%.



Thema 3: Aktienrückkäufe bleiben wichtig und werden teilweise ausgeweitet - Einige Unternehmen sehen Chancen bei M&A



Alphabet, Inc. (ehemals Google)
As we announced today, our board has authorized us to commence a repurchase of our Class C capital stock of up to $5 billion. This decision is consistent with our overall capital management framework and complements a disciplined capital allocation program. Our primary uses of capital will, of course, remain CapEx and M&A across the breadth of our business.



Visa Inc.
Finally, we did not repurchase stock in the quarter due to the Visa Europe conversations that were underway… now that we've announced the Visa Europe transaction, we can resume our stock buyback. It is fully our intent to step up the pace of buybacks immediately to make up for buybacks not completed in Q4 FY 2015.


Aber….
  

Walgreens Boot Alliance Inc
…as we are paying cash for the acquisition, we have taken the decision to suspend our share repurchase program and intend to redeploy that cash to partly fund the transaction. This means that in 2016 we will not enjoy the earnings accretion of the buybacks we originally planned.
  


Thema 4: Gegenwind durch den starken USD bleibt
  
Procter & Gamble
The headwind from foreign exchange has increased since the start of year. We now expect FX will have a five to six percentage point impact on all-in sales growth.


Monsanto Co.
We currently estimate ongoing EPS headwinds of $0.35 to $0.40 from currency, $0.50 to $0.85 from year-over-year Ag productivity pricing declines, and $0.20 to $0.30 from elevated cost of goods for corn and the planned Xtend launch.



Übersetzt und interpretiert aus zerohedge.com
http://www.zerohedge.com/news/2015-11-09/q3-earnings-season-winds-down-summary-where-we-stand-and-4-main-themes-conference-ca

Dienstag, 10. November 2015

Kursanomalie bei Volkswagen & Co.

Nach der Gewinnwarnung und Dieselgate haben sich Volkswagen Vorzüge noch nicht erholt. Das wahre Ausmass ist immer noch nicht abzusehen. Gleichwohl wird wohl der Volkswagen Konzern die Krise überleben. Mich erinnert das ganze an die Umweltkatastrophe um BP im Golf of Mexiko. Hier ist BP auch um etwa 50% eingestürzt und konnte sich dann wieder erholen (und wahrscheinlich gestärkt aus der Krise kommend). Wahrscheinlich hat Volkswagen Vz. seine Tiefs gesehen und wird sich nun nach und nach erholen, vielleicht kommt noch die ein oder andere negative Nachricht wie bspw. Dividendenkürzung und der Kurs verliert noch einmal ein wenig.

Was allerdings auffällig ist, sind die hohen Handelsumsätze bei den Volkswagen Stämmen und die deutlich Outperformance seit dem 18.09.2015 (am Montag den 21.09.2015 wurde das Vergehen von Volkswagen bekannt gegeben) gegenüber den Vorzügen. Wahrscheinlich sind es die aktuellen (bisherigen deutschen) Eigentümer, die ihren Einfluss weiter ausbauen.

Noch interessanter ist die Kursentwicklung von Porsche. Porsche ist eigentlich an den Stämmen von VW beteiligt, performt aber mehr oder weniger wie die Vorzugsaktien, das macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Denn auch bei Porsche gibt es derzeit ein höheres Börsenhandelsaufkommen.


Dementsprechend wird die Erholung der Volkswagen-Aktie über Porsche in meinem wikifolio nirvana absolute return gespielt.     



Fusionsgerüchte - US-Eisenbahnen in meinem wikifolio nirvana absolute return

Norfolk Southern (NSC) stieg gestern nachdem Insider bekanntgaben, dass man mit Canadian Pacific (CP) über einen Fusion gesprochen habe. Beide Unternehmen haben eine Marktkapitalisierung von fast 25 Mrd. USD. Während das Streckennetz von NSC sich vor allem an der Atlantikküste der USA bis hin nach Chicago erstreckt, verbindet CP den Kontinent von West nach Ost durch Kanada. Dementsprechend wäre die Kombination der Streckennetze sinnvoll. Aufgrund des besseren Warenmixes von CP sollte die Gesellschaft den Lead bei der Fusion übernehmen. CP hatte schon einmal versucht, CSX den direkten Mitbewerber von NSC zu übernehmen, war aber gescheitert.

Man kann davon ausgehen, dass im Falle einer Übernahme ca. 550 Mio. USD Kostensynergien gehoben werden können. Bereinigt um eine Steuer und basierend auf einem 12er Multiple ergebe sich der Wert der Synergien von rund 4 Mrd. USD, so dass beide Unternehmen aktuell noch ca. 10% basierend auf der Fusionsüberlegung steigen könnten. Regulatorisch sollte ein Zusammenschluss unproblematisch sein.

Gleichwohl noch einmal der Hinweis: der Deal befindet sich noch in einem frühen Stadium. Gleichwohl stellt sich die Frage, was wäre wenn er kommt. CSX wäre mit Abstand die kleinste Gesellschaft und würde sowohl zu Warren Buffets BNSF, als auch zu Canadian National oder Union Pacific passen. Dementsprechend würde der CP NSC Deal wohl das Endspiel der nordamerikanischen Eisenbahnen einleiten: letztendlich dann mit drei Eisenbahngesellschaften.

Ich halte weiterhin am Investment der Eisenbahnen fest. Gleichwohl vor allem aufgrund der guten Cash Flow Generierung und Kapitalallokation an die Aktionäre. Diese wird aufgrund des guten Preisumfeldes auch weiterhin Bestand haben. Fusionen und Übernahmen stellen für mich das i-Tüpfelchen dar.

Aktuell ist die Positionierung wie folgt in meinem wikifolio nirvana absolute return:

Union Pacific 15%
Norfolk Southern 11%
CSX 11%


Canadian Pacific wird neu aufgebaut mit ca. 3%

Montag, 9. November 2015

Jahresendrallye?


Eigentlich bin ich bis dato davon ausgegangen, dass die FED in 2015 keine Zinserhöhung vornimmt, allerdings nach den sehr starken Arbeitsmarktdaten vom Freitag kann – nicht muss - diese Annahmen revidiert werden. Zum Dezember ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die FED gestiegen. Allerdings ist statistisch gesehen der Beginn eines Zinszyklus nicht zwangsweise negativ für den Aktienmarkt. In den letzten 7 Zyklen, war die Performance des S&P in den 6 Monaten nach dem ersten Zinsschritt immer positiv. Dies macht auch Sinn, denn Zinserhöhungen signalisieren, dass es der Wirtschaft besser geht. Dies sollte einhergehen mit dem Drehen oder Wiederanziehen der Frühindikatoren (bspw.  Einkaufsmanagerindizes). Aufgrund der sehr niedrigen Niveaus kann über einen längeren Zeitraum mit positiven Datensätzen gerechnet werden. Dies gilt auch für den chinesische Frühindikator der sich charttechnisch im Prozess der Bodenbildung befindet. Dies wird ebenfalls daran deutlich, dass der chinesische Aktienmarkt zunehmend nicht mehr auf negativen Vowi-Daten reagiert. Alles in allem ein eher positives Bild für den Aktienmarkt und da macht es wenig aus, ob die FED nun nächsten Monat die Zinsen um 25 Basispunkte anzieht oder nicht. Denn einhergehend mit dem  Zinsschritt wird die Kommunikation der FED für Marktteilnehmer eher unterstützend sein – wie bspw. „wir werden alles für die Wirtschaft machen....“, „wir können jederzeit wieder reduzieren...“ usw. - und ein erfolgreiches QE-Programm muss mit einer Zinserhöhung schließen. Das wäre dann der Fall! Die Berichtssaison neigt sich langsam dem Ende und die Jahresendrallye sollte in den nächsten Tagen beginnen….
Alles in allem bin ich sehr zuversichtlich für den Markt. Dies gilt vor allem für meinen beiden Portfolios wikifolio nirvana absolute return und nirvana global resources.

Sonntag, 8. November 2015

Monatsbericht zum 8.11.2015 – wikifolio nirvana absolute return


 Im heutigen Monatsbericht wird die Entwicklung meines wikifolio nirvana absolute return beschrieben. Mit rund 2% Plus war der Monat erfolgreich. Insgesamt wurden 16 Transaktionen getätigt. Elf Käufen standen fünf Verkäufe gegenüber. Damit ist der Investitionsgrad auf 100% gestiegen. Die größten Positionen im Zertifikat sind die US-Eisenbahnen mit 39%, Grundstoffunternehmen mit 26% und Goldunternehmen mit 11%. Dominante Währung bleibt weiterhin der USD.

Das Wochengeschehen war auf der Unternehmensseite vor allem auf die Berichterstattung gerichtet. Diese war vergleichen mit den vorherigen Berichtsaisonen eher unspektakulär. Während die US-Unternehmen vor allem unter dem starken USD leiden (bspw. Microsoft), profitieren die Europäer von schwächeren Euro. Gleichwohl was weiterhin fehlt, ist das breite Volumenwachstum und das obwohl die meisten volkswirtschaftlichen Indikatoren auf hohen Niveau verharren.

Die Ergebnisse von BASF und Nestle wurden vor allem aufgrund des schwachen organischen Wachstums am Tag der Berichterstattung abgestraft. Allerdings hielt die Schwäche nur einige Tage an. Bei beiden Werten ist eher das Exposure in die Schwellenmärkte problematisch. Dagegen zeigen die US-Eisenbahnen vor allem wegen dem gefallen Ölpreis (niedrigere Treibstoffzuschläge) und den geringeren Kohletransporten nur einen stabilen Geschäftsverlauf.  Gleichwohl konnten die Eisenbahnen vor allem bei der Effizienz deutlich überraschen, so stieg die EBIT-Marge von Union Pacific auf fast 40% im Quartal. Die Cashallocation an die Aktionäre geht in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen weiter.

Weniger erfolgreich verlief es für BHP.  Durch einen Dammbruch in einem brasilianischen Eisenerzwerk, verloren mehrere Menschen ihr Leben und andere ihr Hab und Gut. Das Ausmaß der Umweltzerstörung ist aktuell noch nicht abzusehen. Die Aktie verlor kräftig. Im Respekt vor den Angehörigen der Katastrohe muss gleichwohl  darauf hingewiesen werden, dass solche Tragödien bei Minenwerten Bestandteil des Geschäftsmodells sind und Folgekosten zumeist versichert sind.

Auf den Gesamtmarkt zu kommen, lässt sich festhalten: Während sich im Sommer der Markt noch Sorgen um das Hauptproblem „geringeres globale Wachstumsaussichten“ gemacht hat, konnte er im Oktober sehr stark steigen. Weiterhin sind weder Wachstum noch die fallende Rohstoffpreise (Deflation), ein festerer Dollar und eine angebliche Konsumschwäche in Europa und Asien ein negatives Thema, aber das scheint in der 10% Korrektur des Sommers mehr als eskomptiert worden zu sein und nun haben die Notenbanken das erkannt und wieder das Zepter übernommen. Der Draghi Put in Erwartung von mehr QE im Dezember, eine Fed, der eigentlich die Hände gebunden sind, und das näher kommende Ende des Geschäftsjahres mit dem noch verbliebenen Performance-Druck wird die Aktienmärkte zwangsläufig weiter nach oben diktieren und alles andere in den Schatten stellen.

So hat der EZB-Präsident Mario Draghi bereits Bereitschaft bekräftigt, im Dezember die expansive Geldpolitik weiter zu intensivieren, um sowohl Konjunktur als auch Inflation weiter zu beflügeln. Die Nachfrage steigt zwar langsam und stetig, allerdings kommt dies nur bedingt bei den Menschen Europas an. Insbesondere die fehlende Inflation ist derzeit das Sorgenkind der EZB. So ziehen die Preise in der Eurozone zurzeit trotz der sehr lockeren Geldpolitik der EZB nicht an. Im Oktober verharrte die Inflation auf Vorjahresniveau, nachdem sie im September sogar um 0,1% gefallen waren. Eigentlich wird von der EZB ein als ideal definierter Wert von knapp unter zwei Prozent Inflation angestrebt.

Die Goldposition ist aufgrund der Stärke in den vergangenen Wochen erst reduziert worden und dann zum Ende des Betrachtungszeitraums wieder aufgebaut worden. Allerdings werden Goldminen weiterhin als Kerninvestment gesehen, allerdings unter der Prämisse, dass der Goldpreis sich weiter erholt. Was er in den vergangenen Wochen getan hat. Expansive Geldpolitik, niedrige Zinsen und eine bessere Nachfrage nach dem goldenen Metall sprechen mittelfristig für Gold und damit für Goldwerte.

Finanzen.net schreibt kurzfristig zum Goldmarkt folgendes: „bei der Anzahl offener Kontrakte, dem sogenannten Open Interest, war ein signifikanter Rückgang zu beobachten. In der Woche zum 3. November gab es hier ein Minus von 466.780 auf 443.900 Kontrakte (-4,9 Prozent) zu vermelden. Mit der kumulierten Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Spekulanten ging es deutlich bergab. Sie reduzierte sich nämlich auf Wochensicht von 165.848 auf 124.988 Kontrakte (-24,6 Prozent), was aber in erster Linie auf die Transaktionen der Großspekulanten (Non-Commercials) zurückzuführen war. Deren Netto-Long-Position brach von 157.434 auf 116.342 Futures (-26,1 Prozent) regelrecht ein, während sich bei den Kleinspekulanten (Non-Reportables) die Netto-Long-Position innerhalb einer Woche von 8.414 Futures auf 8.646 Kontrakte leicht erhöht hat. In den vergangenen sieben Handelstagen musste das gelbe Edelmetall stets ein mehr oder weniger starkes Minus hinnehmen. Auf Wochensicht hat sich der Goldpreis um 4,7 Prozent verbilligt und fiel sogar deutlich unter die Marke von 1.100 Dollar. Vor dem Wochenende lösten besser als erwartete Daten vom US-Arbeitsmarkt eine regelrechte Verkaufswelle aus. 271.000 neu geschaffene Stellen waren einfach zu viel des Guten. Die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Jahr noch die US-Leitzinsen erhöht werden ist dadurch spürbar gestiegen. Das FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group zeigt mittlerweile für die Fed-Sitzung im Dezember einen Wert von 70 Prozent an und hat sich somit innerhalb weniger Wochen glatt verdoppelt.“
 
Wir teilen diese Meinung nur bedingt, da beim aktuellen Zinsniveau bzw. leicht höherem Opportunitätskosten als eher gering bezeichnet werden müssen. Des Weiteren ist fraglich, ob die FED die Zinsen wirklich senken kann, wenn alle anderen Notenbanken eine weitere Schwächung ihrer Währungen diskutieren.

Ziel bis Jahresende muss sein: ein Indexniveau von mindestens 125 (eigentlich eher 135-140) zu erreichen. Dies sollte aufgrund des hohen Betas im Umfeld einer Jahresendrallye auch möglich sein.

Dienstag, 3. November 2015

Ausbau Exposure zu Edelmetallen Platin und Palladium im wikifolio golden nuggets


In der laufenden Woche wurde das Exposure zu den beiden Edelmetallen Platin und Palladium aufgebaut.

Hierfür wurde das südafrikanische Unternehmen Impala und das US-Unternehmen Stillwater Mining gekauft. Mit Sibanye ist ein Gold- und Platinproduzent bereits im Portfolio.

Platin und Palladium werden hauptsächlich für Katalysatoren und als Investment bzw. Schmuck verwandt. Während die Platinförderung derzeit vor allem in Südafrika beschränkt wird gibt es lediglich Simbawe mit nennenswerten Vorkommen. Bei Palladium ist es ähnlich, allerdings spielt hier die Beiproduktion (bspw. Norilsk Nickel) eine größere Rolle. Insgesamt rechtfertigt allerdings das aktuelle Kursniveau der beiden Metalle keinen Ausbau der Produktion. Dies sollte zu einem höheren Edelmetallpreis führen, wovon die beiden bzw. drei Unternehmen profitieren können.

Bei der DCF-Modellierung arbeite ich mit stetig steigenden mittelfristigen Platin respektive Palladiumpreisen, so dass das Upside bei den Unternehmen bei rund 25% liegt.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Monatsbericht zum 24.10.2015 - wikifolio nirvana global resources


Mein Portfolio wikifolio nirvana global resources gewann im letzten Monat über 13% an Wert. Dies war vor allem auf die Erholung der Rohstoffwerte und auch die Marktstärke zurückzuführen. Im Zeitraum wurden fünfzehn Transaktionen – sechs Käufe und neun Verkäufe – durchgeführt. Der Investitionsgrad liegt bei 91%.

Wesentliches Event war der Risk-on-Trade basierend auf der expansiven Geldpolitik der EZB. Die EZB hat am Donnerstag den 22.10.2015 zwar keine weiteren Easing-Maßnahmen angekündigt, allerdings weitere Maßnahmen für das Dezember-Meeting recht unmissverständlich in Aussicht gestellt. Grund hierfür war, aus Sicht des EZB-Rats, die geringe Zuversicht hinsichtlich eines baldigen Erreichens des Inflationsziels. Man geht zwar weiterhin von einer anhaltenden Eurozonen-Erholung in H2 aus, jedoch werden – wie auch von den „amerikanischen Kollegen der FED“ - die Risiken, die durch die Schwellenländer entstehen, stärker betont. Daher gehen erste Kommentatoren von einer Verlängerung des laufenden Anleihekaufprogramms um weitere sechs Monate aus.

Die Reaktion des Marktes auf die EZB war sehr positiv. Vor allem, weil die bisherigen Handelsspannen an den Märkten sehr eng waren, haben sich Indices wie eine gespannte Feder verhalten und sind nach oben ausgebrochen. Draghi hat dann dafür den perfekt Auslöser geliefert. Noch viel wichtiger ist die Tatsache, dass die EZB gestern erst einmal nur wieder viele Versprechungen gemacht hat. Das bedeutet, dass wir jetzt bis zur Dezember-Sitzung der EZB mal wieder einen „Put“ haben, der dem Markt hier massiven Rückenwind als auch Unterstützung in die positive Saisonalität liefert.

Die Jahresendrally kann damit beginnen, denn nun sollte die FED ebenfalls keine Zinswende im Dezember einleiten und damit werden jenseits des Atlantiks ebenfalls die Stimmen für ein QE4 lauter erklingen. Mit QE4 gebe es einen Grund weniger, warum der US-Dollar stärker werden sollte und zunehmend gewinnen „real Assets“, wie Rohstoffe wieder an Wert. Hiervon sollte vor allem das Gold wieder profitieren.

Dementsprechend werden in eine Schwäche vor allem wieder Goldunternehmen gekauft. Aktuell liegt das Gewicht der Gold- und Silberunternehmen bei rund 18%.

Gleichwohl ist das Aufblähen der Notenbankbilanzen der Zündstoff für den nächsten Crash, aber hoffentlich dauert dies noch eine ganze Weile. Aktuell kommt auch hinzu, dass es in den beiden vorherigen Monaten viele Investoren dem Markt den Rücken gekehrt haben. Diese müssen nun wieder in den Markt, um nicht zum Jahresende falsch positioniert zu sein.

Neben den Zentralbanken spielen derzeit die Unternehmensgewinne eine unterstützende Rolle. Vor allem, weil im Vorfeld der Ergebnissaison die Erwartungen sehr niedrig waren, können die Unternehmen positiv überraschen bzw. nutzen die Shorties die schlechten Nachrichten um sich wieder einzudecken. So geschehen bei bspw. Klöckner oder Caterpillar.

Bisher haben vor allem die großen Unternehmen (Rio, BHP, Anglo, Vale) ihre Produktionszahlen berichtet. Demnach war Kupfer eher schwächer und Kohle eher stabil, während Eisenerz eher stärker war. Im Großen und Ganzen wurden die Berichte eher positiv aufgenommen, auch wenn sie eher langweilig waren.

Ansonsten war vor allem bei den beiden Kupferunternehmen Glencore und Freeport die prekäre Bilanzsituation ein großes Thema. Beide Unternehmen haben ihre Kupferproduktion reduziert, wodurch der Kupferpreis seinen Boden gefunden haben sollte, zumal auch die Fundamentals gut aussehen. Allerdings aus Angst vor einer Verlangsamung des globalen Wachstums wurde Dr. Copper von Hedgefonds geshortet. Sollten diese Positionen wieder revidiert werden, sollte das Momentum für Kupfer sich deutlich verbessern.

Besonders erfreulich entwickelte sich Cameco in den letzten Wochen und das, obwohl der Uranpreis weiterhin nicht vom Fleck kommt. Allerdings hat nun Japan ein weiteres AKW wieder angestellt, so dass die Nachfrage in den nächsten Jahren wieder steigen sollte. Die japanische Regierung will zurück zum Atomstrom, auch um das neues Klimaziel für 2030 zu erreichen. Angestrebt ist ein Anteil von 20% Atomstrom am Energiemix. Cameco wird am 2.11.2015 seine Q3-Zahlen veröffentlichen.

Ich gehe davon aus, dass die Rohstoffunternehmen in der breite in den nächsten Wochen wieder steigen werden und ein ähnliches Muster we im letzten Jahr aufweisen. Während ich im letzten Jahr das Verkaufen verpasst habe, soll dies in diesem Zyklus besser laufen. In der Modellierung habe ich die Rohstoffpreisannahmen wieder nach unten angepasst, so dass einige Werte nur noch 20% Upside haben! Die Modellierung sollte hilfreich sein, diesmal den Ausstieg besser zu realisieren, aber bis dahin gehe ich eher noch von weiter steigenden Kursen aus.

Technisch gesehen läuft der S&P auf seine 200 Tage Linie zu und der DAX auf seine 100 Tage Linie. Das kann nun bedeuten, dass es für einige Tage eine Seitwärtsbewegung gibt, dies sind aber dann wieder neue Einstiegsmöglichkeiten. Was für DAX & Co. gilt, sollte auch für die Rohstoffe gelten, da in Summe der Call wieder heißt „Risk-on“....