Sonntag, 22. November 2015

Monatsbericht zum 22.11.2015 - wikifolio nirvana global resources


Mein Portfolio wikifolio nirvana global resources verlor im letzten Monat rund 8%. Dies war vor allem dem Druck bei den Goldminen, schwächeren Rohstoffnotierungen und dem starken USD zurückzuführen. Im Zeitraum wurden drei Transaktionen – alles Käufe – durchgeführt. Der Investitionsgrad liegt bei 99%.


Der Fokus ist weiterhin vor allem auf die Notenbanken gerichtet. So sind Aussagen der EZB – zu wenig Inflation in Europa – dahingehend zu verstehen, dass man eine weitere lasche Geldpolitik fährt und dies möglicherweise noch verstärken wird. Dies sollte positiv für den Gesamtmarkt sein.

Umgekehrt wird die USA wohl im Dezember den ersten Zinsschritt beginnen. Falls dieser nicht käme würden die Aktienmärkte trotz des billigen Geldes wohl eher verlieren. Da man dann sagen würde, die Wirtschaft ist doch schwächer als befürchtet. Daher würde der erste Zinsschritt in den USA wohl positiv gewertet werden.

Hinzu kommt, dass Saisonalität aktuell sehr positiv für den Aktienmarkt ist, die noch durch die Tatsache verstärkt wird, daß die US Märkte auf Jahressicht bisher kaum Zugewinne aufzuweisen haben und einige Markteilnehmer ihre Performance noch verdienen müssen. Normalerweise ist der Monat Dezember schon der beste Monat für die großen US-Indizes. Im Schnitt können die Indizes in den letzten Wochen des Jahres rund 2% zulegen. Was aber in diesem Jahr das ganze Setup noch attraktiver macht, ist die Tatsache, dass es seit 1950 nur 10 Jahre für den S&P 500 gab, in denen der Index vor bzw. zu Thanksgiving mehr oder weniger unverändert zum Jahresanfang da stand (+/- 5%). In 9 von diesen 10 Jahren gab es nochmal eine kräftige Rally bis zum Jahresende, die im Schnitt sogar mehr als 3% Zugewinne brachte. Alles in allem also weiterhin ein sehr gutes Marktumfeld.

Problematisch in der Betrachtung ist vor allem die Entwicklung des Dollars. Ein starker Dollar (durch expansive Geldpolitik in Europa und restriktive in den USA und damit dem Ausweiten der Zinsparität) ist meist schlecht für die Rohstoffe. Fallende Rohstoffpreise – vor allem wegen einer flacher werdenden Kostenkurve – sind negativ für die Rohstoffunternehmen, auch wenn diese durch das höhere Beta von einer positiven Marktreaktion profitieren sollten.

Die aktuelle Positionierung sieht wie folgt aus: 25% Goldminen, 17% Diversifieds, 22% Uran und (inklusive Doppelzählung) 45% Kupfer.

Schaut man sich die einzelnen Rohstoffe an. Bei Uran hat sich weiterhin nichts geändert. Cameco schwankt in geringeren breiten und der Uranpreis ist wie zementiert bei rund 36 USD je Pfund. In dem doch eher enttäuschenden Quartalsreporting ging das Unternehmen wie folgt auf das Marktumfeld ein: Weiterhin werden 65 Reaktoren neu gebaut – mit Abstand am meisten in China (24). Die potenzielle Lücke zwischen Nachfrage und Angebot sieht das Unternehmen bei 15% mittelfristig bis 2024 sogar bei 64%. Mit seinen Minen McArthur River, Cigar Lake, Rabbit Lake (alle in Kanada) und Inkai (Kasachstan) fördert man 30% der Weltproduktion. Im aktuellen Umfeld generiert die Gesellschaft ein EBITDA von 0,7-1 Mrd. CAD bei Investitionen – hauptsächlich Wartung – von 400 Mio. CAD, so dass die Gesellschaft über einen free cash flow von rund 400 Mio. CAD verfügt. Der entweder für Akquisitionen oder Dividenden (Rendite rund 2,5%) genutzt werden kann. Allerdings scheint es derzeit die Strategie von Cameco zu sein, das schlechte Umfeld auszusitzen.

Bei der größten Position Bougainville gibt es weiterhin nichts neues. Eine Anfrage meinerseits bei Rio Tinto blieb bisher unbeantwortet. Rio Tinto hatte vor im August 2014 angekündigt alle Optionen bezüglich Bougainville zu prüfen. Seitdem ist bisher nichts geschehen. Sobald die Antwort von Rio Tinto kommt, wird diese unter meinen Kommentaren zusammengefasst.

Ebenfalls wenig erfreulich war der Monat für BHP. Beim australisch-britischen Unternehmen ist ein (Tailing-)Damm gebrochen und hat mehrere Menschen in den Tod gerissen. Das Unglück fand im JV Samacor in Brasilien statt. das JV wird von Vale geführt und BHP ist zu 50% beteiligt. insgesamt sehe ich den Wert von Samacor bei gesamt 8 Mrd. USD. BHP hat mit dem Dammbruch ca. 15 Mrd. USD Marktkapitalisierung verloren. Der Ausfall der Mine sollte dazu führen, dass rund 25 Mio. t Eisenerz vom Markt verschwindet, mit entsprechenden Preisimplikationen. Generell muss man für 2015 sagen: Eisenerz hält sich vermeintlich gut.

Was sich überhaupt nicht hält ist Kupfer. Das Kupferpreisniveau ist bei knapp über 2 USD je Pfund und damit auf einem Niveau, was vor 2 Jahren undenkbar war. Fast täglich werden Kapazitätskürzungen bekanntgegeben. Gleichwohl reagiert der Preis nicht. Dies ist unter anderem auch mit dem Verhalten von Codelco zu erklären, die aufgrund des niedrigen chilenischen Peso weiterhin voll produziert und dadurch die Profitabilität der Industrie stark einschränkt. Vor allem afrikanische Länder sehen aktuell Kürzungen (Glencore in Sambia und Kongo).

Ich bleibe weiterhin positiv auf Kupfer, obwohl dies zunehmend schwer fällt. Aber eine steigende Stromnachfrage braucht Kupfer. Der nächste 5-Jahres-Plan in China (März 2016) sollte ein möglicher Katalysator für den Kupfermarkt sein. Bis dahin werden vor allem Kapazitätskürzungen den Markt bestimmen.

Gold war im Wochenverlauf wieder eine Katastrophe. Zwar ist die Liste für Kaufargumente bei Gold sehr lange, gleichwohl handelt das Edelmetall vor allem auf die Stärke des US-Dollars und die bevorstehende Zinserhöhungen. Während ich das Argument starker US-Dollar akzeptiere obwohl wir uns in einem Währungskrieg befinden, habe ich Schwierigkeiten 25 BP höhere Zinsen als negativ für Gold (wegen höheren Opportunitätskosten) zu sehen. Ich finde für Gold sprechen derzeit vor allem folgende Punkte: (1) Abwertung der meisten Währungen, (2) Kauf vieler Zentralbanken, (3) gute Nachfragesituation (siehe meinen Blog: http://wfnirvana.blogspot.de/2015/11/wesentliche-punkte-aus-dem-report-gold.html) (4) Meinungsbildner wie Goldman und JP Morgan stehen auf der Kaufseite (allerdings nicht bei Kommunikation) und (5) erste Zeichen für inflationäre Tendenzen (siehe meinen Blog: http://wfnirvana.blogspot.de/2015/11/was-sind-bisher-die-trends-der.html) und (6) weltweit zunehmende Angst durch Terrorakte. Daher auch wenn es weiter weh tut, bleibt die bestehende Goldposition mit rund 25% bestehen.

Während ich weiterhin nicht erfreut über die Perfomance des wikifolios bin, hoffe ich vor allem auf die Saisonalität und halte die Struktur weiterhin bei.


Jahresendrallye? (Update vom 09.11.2015)


Der Fokus ist weiterhin vor allem auf die Notenbanken gerichtet. So sind Aussagen der EZB – zu wenig Inflation in Europa – dahingehend zu verstehen, dass man eine weitere lasche Geldpolitik fährt und dies möglicherweise noch verstärken wird. Dies sollte positiv für den Gesamtmarkt sein.

Umgekehrt wird die USA wohl im Dezember den ersten Zinsschritt beginnen. Falls dieser nicht käme würden die Aktienmärkte trotz des billigen Geldes wohl eher verlieren. Da man dann sagen würde, die Wirtschaft ist doch schwächer als befürchtet. Daher würde der erste Zinsschritt in den USA wohl positiv gewertet werden.

Hinzu kommt, dass Saisonalität aktuell sehr positiv für den Aktienmarkt ist, die noch durch die Tatsache verstärkt wird, daß die US Märkte auf Jahressicht bisher kaum Zugewinne aufzuweisen haben und einige Markteilnehmer ihre Performance noch verdienen müssen. Normalerweise ist der Monat Dezember schon der beste Monat für die großen US-Indizes. Im Schnitt können die Indizes in den letzten Wochen des Jahres rund 2% zulegen. Was aber in diesem Jahr das ganze Setup noch attraktiver macht, ist die Tatsache, dass es seit 1950 nur 10 Jahre für den S&P 500 gab, in denen der Index vor bzw. zu Thanksgiving mehr oder weniger unverändert zum Jahresanfang da stand (+/- 5%). In 9 von diesen 10 Jahren gab es nochmal eine kräftige Rally bis zum Jahresende, die im Schnitt sogar mehr als 3% Zugewinne brachte. Alles in allem also weiterhin ein sehr gutes Marktumfeld.

Mittwoch, 18. November 2015

Fusionsabsicht - US-Eisenbahnen in meinem wikifolio nirvana absolute return


Norfolk Southern (NSC) wurde von Canadian Pacific (CP) informiert, dass man eine Übernahme anstrebe. Demnach wird CP 46,72 USD Cash und 0,348 eigene Aktien für NSC zahlen. Aktuell handelt der NSC-Kurs rund 6% unter dem theoretischen Wert.

Aus unserer Sicht macht der mögliche Deal Sinn.  Die beiden Netze sind komplementär und die Synergien sind deutlich als ursprünglich angenommen. CP sieht Vorteile bei dem Verknüpfen der Häfen an beiden Weltmeeren. Demnach sollen die Synergien bei jährlich 1,8 Mrd. USD über mehrere Jahre. Neben diesen operativen Synergien werden ebenfalls signifikante steuerliche Vorteile erwartet. In Abhängigkeit der Synergien sollte das EPS-Wachstum bei bis zu 45% liegen. Dabei wird ein Investmentgrade angestrebt trotz 14,2 Mrd. USD zusätzlicher Verschuldung.

Dies klingt für uns sehr überzeugend. So dass eigentlich ein höheres Angebot auch erwartet werden kann. NSC lehnte das Angebot als zu tief ab. Sollte die Übernahme nicht funktionieren, stellt sich bei CP die Frage nach einer Sonderausschüttung. Allerdings hoffe ich, dass der Deal durchgeht, denn dann stellt sich einen neue Frage: Wie geht es weiter?

CSX wäre mit Abstand die kleinste Gesellschaft und würde sowohl zu Warren Buffets BNSF, als auch zu Canadian National oder Union Pacific passen. Dementsprechend würde der CP-NSC-Deal wohl das Endspiel der nordamerikanischen Eisenbahnen einleiten: letztendlich dann mit drei Eisenbahngesellschaften.

Ich halte weiterhin am Investment der Eisenbahnen fest. Gleichwohl vor allem aufgrund der guten Cash Flow Generierung und Kapitalallokation an die Aktionäre. Diese wird aufgrund des guten Preisumfeldes auch weiterhin Bestand haben. Fusionen und Übernahmen stellen für mich das i-Tüpfelchen dar.

Aktuell ist die Positionierung wie folgt in meinem wikifolio nirvana absolute return:

Union Pacific 16%
Norfolk Southern 12%
CSX 11%
Canadian Pacific 3%

Sonntag, 15. November 2015

Monatsbericht zum 15.11.2015 - wikifolio nirvana golden nuggets


Mein Zertifikat wikifolio nirvana golden nuggets hat im vergangenen Monat mit dem schwächeren Goldpreis wieder rund 7% an Wert verloren. Dies ist vor dem Hintergrund der ursprünglich hohen Kasseposition noch zu Anfang des Monats (in Antizipation eines schwächeren Goldpreises) recht ärgerlich. Mit der Schwäche wurde der Investitionsgrad wieder aufgebaut. Es wurden 46 Transaktionen durchgeführt, wovon lediglich acht Verkäufe waren, der Rest stand auf der Kaufseite. In die Goldmarktschwäche wurde der Investitionsgrad dementsprechend wieder auf 97% hochgefahren. Die Kasse liegt aktuell bei 3%, rund 14% sind in Hebelprodukten (Turbo Calls auf den Goldpreis) investiert. Dabei wurde im Wochenverlauf vor allem wieder die Strategie gefahren: „Kaufe Gold in den USA (nachmittags) und verkaufe Gold am nächsten Tag in Asien (vormittags)“. Charttechnisch sieht das Bild sowohl bei Goldminen als auch Gold eher gut aus.

Gold handelt weiterhin im Wesentlichen auf die Zinswende in den USA. Mit der Veröffentlichung des Gold Demand Trends vom World Gold Council lässt sich die Nachfrage in Q3 recht interessant beschreiben. Die Nachfrage übersteigt aktuell das Angebot und die spekulativen Positionen in den USA werden hoffentlich bald ihr blaues Wunder erleben. Ob die Goldnachfrage wirklich bei Zinsen, die um 25 Basispunkte angehoben werden einbricht, wage ich zu bezweifeln, zu mal wenn der Trend des Währungskrieges weitergeht und die Inflation irgendwann kommt.

In einem anderen Blog habe ich auf beide Punkte bereits hingewiesen. So sehen immer mehr Unternehmen inflationäre Tendenzen (vgl. zerohedge.com). Hier einige Zitate aus der bisherigen US-Berichtsaison:



Chipotle Mexican Grill
Labor costs were 22.2% of sales in the quarter, an increase of 100 basis points from last year, and year-to-date labor costs were up 40 basis points…Labor de-leveraged versus last year by 100 basis points as a result of wage inflation, with our hourly wages up nearly 5% over last year, along with the cost of adding enhanced benefits such as tuition reimbursement, paid sick leave, and increased paid vacation for our hourly restaurant employees as we discussed during our Q2 earnings call.
McDonald’s Corp
The incremental labor cost in the U.S. related primarily to our decision to invest in our people by raising wages and providing paid time off for employees at our company-operated restaurants, as well as providing educational assistance to all eligible U.S. restaurant employees effective July 1. These costs, along with wage increases mandated by several states during H1, impacted third quarter U.S. margins by about 400BPS.
Union Pacific Corp
Labor inflation was about 4% for the third quarter, driven by agreement wage inflation as well as higher pension and other benefit expense. For the fourth quarter, we expect labor inflation to also be about 4%.
On the other hand, some firms are using technology to reduce wage costs in an attempt to maintain margins:
PepsiCo Inc.
…we have installed packaging automation across approximately a third of our snacks plants worldwide, enabling us to reduce packaging labor costs in these facilities by at least 50%.


Bzw. zum Thema Währungskrieg einhergehend mit dem stärkeren US-Dollar und Belastung gerade für die US-Unternehmen. Hier fasst zerohedge.com die Berichtssaison mit folgenden Zitaten zusammen:



Johnson & Johnson
…but to give you an idea of the potential impact on earnings per share, if currency exchange rates for all of 2015 were to remain where they were as of last week. Then our reported adjusted EPS would be negatively impacted by approximately $0.60 per share.
Monsanto Co.
We currently estimate ongoing EPS headwinds of $0.35 to $0.40 from currency, $0.50 to $0.85 from year-over-year Ag productivity pricing declines, and $0.20 to $0.30 from elevated cost of goods for corn and the planned Xtend launch.
Costco Wholesale
In terms of a year-over-year EPS comparison, a few items of note, and the biggest item of note, FX. In Q4 year over year, the foreign currencies where we operate were weaker versus the U.S. dollar, resulting in our reported foreign earnings this year in Q4 being lower by about $53 million after tax or $0.12 a share than these earnings would have been had FX exchange rates been flat year over year.
PepsiCo Inc.
We now expect foreign exchange translation to negatively impact net revenue and core EPS growth by approximately 10 percentage points and 11 percentage points respectively...
Procter & Gamble
The headwind from foreign exchange has increased since the start of year. We now expect FX will have a five to six percentage point impact on all-in sales growth.
McDonald’s Corp
Currency translation is expected to be a headwind for the final quarter of 2015, as the U.S. dollar remains strong against nearly all of the world’s other major currencies. Based on current exchange rates, we expect currency translation to negatively impact fourth quarter EPS by $0.08 to $0.10.
Visa Inc.
The fiscal year 2015 impact of exchange rates was a 2.5 percentage point drag on net revenues, higher than we had anticipated at the start of the year. If we look at where the dollar is today and the basket of currencies we are exposed to, the FY 2016 impact looks to be 3 percentage points.



Reziprok die Schwäche vieler Währungen führt dazu, dass immer mehr Länder/Notenbanken bei Gold Käufer werden wie ich in den wesentliche Punkte aus dem Report „Gold Demand Trends Q3“ vom World Gold Council zusammengefasst habe.

Das dritte Quartal war zwei geteilt, zuerst fielen die Preise wegen nachlassender Nachfrage, dann zog aufgrund der niedrigen Preise die Nachfrage wieder an. Größte Veränderung gab es demnach bei „Investmentnachfrage“ vor allem bei der physischen Nachfrage nach Münzen und Barren, diese stieg im Jahresvergleich um 27%. Die Schmucknachfrage konnte ebenfalls um 6% zulegen. So dass die Gesamtgoldnachfrage um 8% anstieg.



Auf der Angebotsseite ist das Bild aktuell recht spannend Aufgrund des niedrigen Goldpreises ist das Material vom Sekundärmarkt (recycling) um 6% rückläufig. Die Minenproduktion lag lediglich bei +3%. Das heißt die Nachfrage übersteigt aktuell das Angebot (Gesamtangebot +1%) deutlich und die Differenz wird durch den sogenannten Lagerabbau (Abbau ETFs / spekulativer Positionen) gedeckt.

Entgegen der von mir oft vertretenen These „Gold goes East“ war die Konsumentennachfrage nicht nur in Indien (+13%), China (13%), Mittleren Osten (+10%) stark sondern vielmehr in den USA (+62%) und in der EU (+27%). In den USA war die Nachfrage nach US-Mint letztmalig während der Finanzkrise so hoch.

Schaut man sich das aktuelle Umfeld in den USA an – hoffe ich nicht dass es Parallelen gibt – allerdings  muss festgehalten werden, die USA ist in einer „GuV-Rezession“ (nachlassende Umsätze/Gewinne seit mind. zwei Quartalen) zwar liegt dies vor allem am starken USD. Aber auch das organische Wachstum ist aktuell eher bescheiden und einseitig (konsumlastig). Mit steigenden Zinsen in den USA werden die Probleme dann wohl noch zunehmen.



Gold reagiert weiterhin auf den möglichen Zinsschritt in den USA und damit verbundenen höheren „Lager- bzw. Opportunitätskosten“. Nachdem der erste Zinsschritt im Oktober verschoben wurde (bei einem Tiefstand der Goldunze von 1.080 USD), hätte man meinen sollen die „Mehrzeit“ wird positiv bewertet, gleichwohl handelt Gold nun im Vorfeld der Dezemberentscheidung auf ähnlichen Niveaus. Dies macht nur wenig Sinn, zumal der Zinsschritt nicht groß sein sollte – also die Opportunitätskosten eher gering bleiben.


Die Zentralbanken waren in Q3 weiterhin Käufer des goldenen Metalls. Mit 175 t lag die Menge nahe am bisherigen Rekord von 179,5 t (Q3 2014). Als wichtigste Käufer sind Russland (+77 t) und China (+50 t) zu nennen. Bei beiden Ländern macht derzeit Gold lediglich 13% respektive 2% der Währungsreserven aus, dies vergleicht sich mit den USA (73%), Deutschland (67%) und Frankreich (56%). Als neues Land bei Notenbankkäufen sind die Arabische Emirate zu nennen. 

Bei der Schmucknachfrage ist vor allem Indien zu nennen. Hier stieg die Nachfrage um 15% und erreichte mit 211 t fast das Rekordniveau von Q3 2008. Allerdings ist in dieser Zahl zu Berücksichtigen, dass der Goldpreis im Schnitt in Q3 2008 bei 38.000 Rupien/oz lag im abgelaufenen Jahr war der vergleichbare Preis 73.000 Rupien/oz. Das ist eine Preissteigerung von 92% bzw. eine jährliche Steigerung von rund 10%. Ebenfalls stark waren die Länder Indonesien, Südkorea, Vietnam und der Iran.

Die Produktion hat nun ein Niveau erreicht, was mehr Risiko nach unten aufweist. Große Erweiterungen bzw. neue Projekte sind aktuell nicht mehr auf der Agenda. Die namhaftesten neuen Projekte waren im abgelaufenen Quartal Batu Hijau (Newmont, Indonesien), Cerro Negro (Goldcorp Argentinien) und Otijkoto (B2Gold, Namibia). Auch das Hochfahren bestehender Minen wie Oyu Tolgai (Kupfermine mit Beiprodukt Gold) ist eher abgeschlossen. So dass in den folgenden Quartalen eher das Ausschöpfen der Minen im Vordergrund steht wird. So sank bspw. in Ghana und Südafrika die Produktion um 1 t bzw. 3 t.

Die all-in-Costs werden aktuell bei 900 USD/oz gesehen. Gleichwohl ist ein Großteil der Verbesserung auf externe Faktoren wie schwächere Währung und Ölkosten zurückzuführen. Was die Beständigkeit der Kosteneinsparungen in Frage stellt. Kostenreduzierungen bei Explorationsaufwendungen sollten auch zukünftig die Produktionsmenge einschränken.

Weiter oben hatte ich schon ausgeführt, dass die Charttechnik recht interessant wirkt, daher werde ich auch zukünftig versuchen den Investitionsgrad hoch zu halten. Die Bedeutung der Hebelprodukte sollte im Zeitablauf wieder abnehmen.



Freitag, 13. November 2015

Wesentliche Punkte aus dem Report „Gold Demand Trends Q3“ vom World Gold Council

Das dritte Quartal war zwei geteilt, zuerst fielen die Preise wegen nachlassender Nachfrage, dann zog aufgrund der niedrigen Preise die Nachfrage wieder an. Größte Veränderung gab es dem nach bei der „Investmentnachfrage“ vor allem bei der physischen Nachfrage nach Münzen und Barren, diese stieg im Jahresvergleich um 27% an. Die Schmucknachfrage konnte ebenfalls um 6% zulegen. So dass die Gesamtgoldnachfrage um 8% anstieg.

Auf der Angebotsseite ist das Bild aktuell recht spannend Aufgrund des niedrigen Goldpreises ist das Material vom Sekundärmarkt (recycling) um 6% rückläufig. Die Minenproduktion lag lediglich bei +3%. Das heißt die Nachfrage übersteigt aktuell das Angebot (Gesamtangebot +1%) deutlich und die Differenz wird durch den sogenannten Lagerabbau (Abbau ETFs / spekulativer Positionen) gedeckt.

Entgegen der von mir oft vertretenen These „Gold goes East“ war die Konsumentennachfrage nicht nur in Indien (+13%), China (13%), Mittleren Osten (+10%) stark sondern vielmehr in den USA (+62%) und in der EU (+27%). In den USA war die Nachfrage nach US-Mint letztmalig während der Finanzkrise so hoch.

Die Zentralbanken waren in Q3 weiterhin Käufer des goldenen Metalls. Mit 175 t lag die Menge nahe am bisherigen Rekord von 179,5 t (Q3 2014). Als wichtigste Käufer sind Russland (+77 t) und China (+50 t) zu nennen. Bei beiden Ländern macht derzeit Gold lediglich 13% respektive 2% der Währungsreserven aus, dies vergleicht sich mit den USA (73%), Deutschland (67%) und Frankreich (56%). Als neues Land bei Notenbankkäufen sind die Arabische Emirate zu nennen.

Bei der Schmucknachfrage ist vor allem Indien zu nennen. Hier stieg die Nachfrage um 15% und erreichte mit 211 t fast das Rekordniveau von Q3 2008. Allerdings ist in dieser Zahl zu Berücksichtigen, dass der Goldpreis im Schnitt in Q3 2008 bei 38.000 Rupien/oz lag im abgelaufenen Jahr war der vergleichbare Preis 73.000 Rupien/oz. Das ist eine Preissteigerung von 92% bzw. eine jährliche Steigerung von rund 10%. Ebenfalls stark waren die Länder Indonesien, Südkorea, Vietnam und der Iran.

Die Produktion hat nun ein Niveau erreicht, was mehr Risiko nach unten aufweist. Große Erweiterungen bzw. neue Projekte sind aktuell nicht mehr auf der Agenda. Die namhaftesten neuen Projekte waren im abgelaufenen Quartal Batu Hijau (Newmont, Indonesien), Cerro Negro (Goldcorp Argentinien) und Otijkoto (B2Gold, Namibia). Auch das Hochfahren bestehender Minen wie Oyu Tolgai (Kupfermine mit Beiprodukt Gold) ist eher abgeschlossen. So dass in den folgenden Quartalen eher das Ausschöpfen der Minen im Vordergrund steht wird. So sank bspw. in Ghana und Südafrika die Produktion um 1 t bzw. 3 t.

Die all-in-Costs werden aktuell bei 900 USD/oz gesehen. Gleichwohl ist ein Großteil der Verbesserung auf externe Faktoren wie schwächere Währung und Ölkosten zurückzuführen. Was die Beständigkeit der Kosteneinsparungen in Frage stellt. Kostenreduzierungen bei Explorationsaufwendungen sollten auch zukünftig die Produktionsmenge einschränken.



Originalquelle unter http://www.gold.org/supply-and-demand/gold-demand-trends download bar. 

m Wochenende veröffentliche meinen Wochenbericht zu meinem wikifolio nirvana golden nuggets, hier wird "Gold Demand Trend Q3" ebenfalls interpretiert.