Donnerstag, 11. Februar 2016

Zusammenfassung: Goldtrends in Q4 2015



Die Goldnachfrage stieg um 4%, was rund 47 t entspricht. Ein Großteil der Nachfrage (33 t) kam von Zentralbanken, während die Nachfrage aus der Schmuckindustrie und Technologie mit jeweils 6 t rückläufig war. Sowohl der Recyclingmarkt (wegen des schwachen Preisumfeldes) als auch die Minenproduktion (-16 t) waren rückläufig.

Die Schmucknachfrage in Q4 2015 lag leicht unter dem Vorjahreswert, der allerdings sehr hoch war. Insgesamt gehörte H2 2015 zu den stärksten Halbjahren in der letzten Dekade. Grund hierfür war die stärkere Nachfrage aus Indien (+5%), während vor allem folgende Länder: Türkei, Middle East und Russland aufgrund wirtschaftlicher Probleme einen Rückgang bei der Schmucknachfrage verzeichneten. Ebenfalls positiv hervorzuheben waren China und die USA.

Die Investmentnachfrage lag 8% über dem Vorjahr. Hier ist vor allem die physische Nachfrage nach Barren und Unzen zu nennen. Alleine in China stieg diese in Q4 um 21%. Dagegen gab es einen weiteren Rückgang bei ETF-Investments – auch wenn dieser geringer ausgefallen ist, als die vorherigen Quartale.

Die Zentralbanken zeigten den stärksten Anstieg mit +25% in Q4. Käufer waren dabei vor allem Russland (+ 200 t) und China (+ 104 t), aber Länder wie Kasachstan und Jordanien erhöhten ihre Goldreserven. Dem stehen lediglich Kolumbien und El Salvadore als Verkäufer gegenüber.

Der verhältnismäßig kleine Bereich Technologie ist mit einem Rückgang von 7% in Q4 zu vernachlässigen.

Das Goldangebot ist auf das niedrigste Niveau seit 2009 gefallen. Dies kam einerseits daher, dass keine neue Mine in Betrieb genommen wurde. So konnten lediglich Brasilien und PNG (Newcrest) eine höhere Produktion sehen, während die großen Minen in Peru, Kirgisien, Dom.Rep., Argentinien und Ghana rückläufiges Wachstum zeigten. Andererseits, weil der Recyclingmarkt im aktuellen Preis- und Zinsumfeld eine Zurückhaltung potenzieller Verkäufer erlebt. 



 

Sonntag, 7. Februar 2016

Vier Gründe für Norilsk Nickel


Norilsk Nickel ist ein russisches Unternehmen, welches rund 1,5% zum russischen Haushalt beisteuert. Das operative Geschäft von Norilsk Nickel befindet sich vorwiegend in der Region Norilsk-Talnachim nördlichen Russland, wo das Unternehmen der bei weitem der größte Arbeitgeber ist. Norilsk Nickel ist der weltweit führende Nickelproduzent. Neben Nickel werden noch Kupfer, Platin und Palladium als Beiprodukte gefördert, sodass die Mine extrem profitabel ist:

Was spricht für Norilsk Nickel:

Von 71 Nickelminen weltweit sind lediglich 11 noch profitabel. Mit Abstand der profitabelste Anbieter ist Norilsk. Kapazitätskürzungen haben bereits begonnen, diese sollten dazuführen, dass der Nickelpreis sich mittelfristig wieder erholt. Nickel wird in Edelstahl gebraucht. Ein Nickelpreis von 8.600 USD je Tonne – wie er aktuell in der Forwardkurve gepreist wird, ist mittelfristig nicht darstellbar.

Neben Nickel produziert Norilsk Palladium (rund 12% des globalen Angebots). Auch Palladium ist deutlich im Wert gefallen. Auf dem aktuellen Niveau wird es zu keiner nennenswerten Ausweitung der Palladium Produktion kommen. Wie schon bei Stillwater gehe ich von einer steigenden Katalysatorennachfrage aus, sodass auch der Palladiumpreis steigen sollte.

Als russisches Unternehmen leidet Norilsk vor allem unter dem negativen Sentiment. Gleichwohl ist das Unternehmen nicht von Sanktionen betroffen. Mit einem KGV von 8x ist man günstig bewertet.

Die Dividendenrendite von über 10% ist ebenfalls attraktiv. Da der Hauptaktionär Rusal auf Zahlungen angewiesen ist, sollte die Dividende hoch bleiben. Sollte das gegenwärtige Niveau beibehalten werden, würde die Kennzahl Verschuldung zu operativen Gewinn auf 2x in 2017 steigen. Dies ist vor dem Hintergrund der sehr attraktiven Mine darstellbar.

Ich habe die Aktie in mein Portfolio nirvana golden nuggets gekauft, vor allem aufgrund der dominaten Position bei Palladium.

Monatsbericht zum 7.02.2016 – wikifolio nirvana absolute return


Im heutigen Monatsbericht wird die Entwicklung meines wikifolio nirvana absolute return beschrieben und die Positionierung skizziert. Mit rund -6% war der Monat ähnlich den großen Leitindizes. Insgesamt wurden 7 Transaktionen getätigt. Vier Käufen standen drei Verkäufe gegenüber. Damit ist der Investitionsgrad auf 96% gesunken.

Das Börsenjahr hat so schlecht wie seit Langem nicht mehr begonnen. Während der DAX wieder nahezu seiner Tiefs von Mitte Januar handelt, konnte mein Zertifikat seit dem 20. Januar wieder steigen. Grund hierfür waren Gold und die Sektorallokation.

Für die Miesere am Kapitalmarkt ist zunehmend Öl verantwortlich. Der niedrige Ölpreis hat drei wesentliche negative Effekte für den bereiten Markt. (1) Wachstum aus den Schwellenländern, die stellenweise auch als Förderländer auftreten, lässt nach. Beziehungsweise manche Länder versuchen ihre Einnahmen aus anderen Branchen zu sichern, so hat jungst der Oman weitere Telefonlizenzen in Aussicht gestellt, ähnliches überlegt sich Qatar. Dies ist zwar eine schöne Einnahmequelle, allerdings für tätigen die Telekomunternehmen heißt dass vor allem mehr Wettbewerb. (2) Branchen, die nachgelagert zu Öl sind, haben deflationäre Tendenzen, dies betrifft vor allem die Chemie (Gewinnwarnung BASF), aber auch die Bau- und Zementindustrie die weniger Ölanlagen bauen. Oder auch die Versorger, deren Strompreis weiter fallen sollte. (3) und letztendlich Sentimentgründe: Sehr zu meinem Verwundern ist die Korrelation zwischen Öl und dem S&P sehr hoch, sodass ein fallender Ölpreis irgendwann auch zu einem fallenden Markt führt.

Neben dem Ölpreis sind die fehlenden Wachstumsimpulse zu nennen, die vor allem aus China resultieren. Neben schlechteren volkswirtschaftlichen Daten führt vor allem die Abwertung der eigenen Währung zu negativen Kursreaktion rund um den Globus. Warum dies so ist? Die einfache Antwort ist: China hat so viele Probleme – jetzt müssen sie ihre Währung abwerten, damit sie mehr exportieren können. Ich sehe die Abwertung eher als Reaktion auf die so expansive Geldpolitik Japans, wodurch ein stetiger Währungskrieg in Nordasien (Korea, Japan, China, Taiwan) angefacht wird.

Am Wochenende beginnt das chinesische Neujahrsfest, wahrscheinlich wird die chinesische Notenbank in dieser Ferienzeit die Währung abwerten, da die Chinesen bei geschlossenen Börsen nicht handeln können. Dies wird dann lediglich einen negativen Effekt auf die Rohstoff- und internationale Märkte haben.

Die aktuelle Positionierung bleibt bestehen, Ziel ist es die Kasse über die nächsten Wochen zu erhöhen und dann wieder mit konzentrierten Wetten zu performen. Aktuell sehe ich die Wetten wie folgt:

US-Eisenbahnen, ca. 38% des Zertifikates. Die Gewinnsaison war durchwachsen, vor allem aufgrund der nachlassenden Volumina. Die USA befinden sich in der Rezession und dementsprechend sind nicht nur Kohle- und Ölvolumina schwach, sondern auch zunehmend der Bereich Intermodal. Das Serviceniveau und auch das Pricing waren dagegen gut. Die Dividenden werden gehalten bzw. weiter erhöht. Fraglich ist, ob der Merger zwischen Norfolk Southern und Canadian Pacific durchgeht und wenn ja, was danach passiert.

Goldunternehmen ca. 15%. Beide Werte zahlen eine Dividende und dienen eher als Hedge gegen fallende Aktienmärkte. Seit Jahresanfang konnten vor allem die Goldminen sehr gut performen, da zunehmend die Systemfrage gestellt werden muss, ob die expansive Geldpolitik hilfreich ist und wie sollen die Zentralbanken beim aktuellen Zinssatz auf eine erneute Krise reagieren – die Zinsen sind ausgereizt. Zwar haben wir aktuell keine Inflation, aber zu viel Geld führt irgendwann zu Inflation und sollte der Ölpreis angebotsbedingt auch wieder steigen, bekommen wir zumindest von dieser Seite auch inflationäre Tendenzen.

Mit rund 23% sind Rohstoffwerte im Zertifikat vertreten, lediglich Glencore passt nicht mehr in das Zertifikat, da der Wert keine Dividende zahlt, daher wird dieser heraus getraded. Die anderen Unternehmen haben den Fokus auf Kupfer, wo das aktuelle Preisniveau aus meiner Sicht zu niedrig ist. Die vorgelegten Produktionsdaten waren im Rahmen der Erwartungen. Die Aktien werden derzeit vor allem vom Sentiment getrieben.

Was aus meiner Sicht im Portfolio fehlt, ist ein reiner Ölwert – in diesem Zusammenhang wird möglicherweise eine Position in Chevron oder Exxon gekauft. Hier steht noch eine eher defensive Aufstellung, weil die Probleme am Ölmarkt noch einige Zeit anhalten können.

Im Zeitraum wurde Solvay, das belgische Chemieunternehmen, gekauft. Solvay ist gut zurückgekommen. Mein Kurziel liegt bei 85 Euro basierend auf einem DCF-Modell. Das Unternehmen wird am 25.02 Zahlen vorlegen. Hier sollte der Fokus auf der Cytec Akquisition und damit verbundenen Synergien liegen. Auf der operativen Seite werden die Nachfragebedingungen (schwächeres Momentum) bei Electronis und die Implikationen des niedrigeren Ölpreises spannend sein. Trotz der attraktiven Dividende von rund 5% handelt es sich bei dem Engagement eher um eine kurzfristige Anlage.

Mit einem Dax Stand von 9.300 gehe ich in kurzfristig von einer Erholung aus und würde in diese die Positionen (vor allem Porsche, Glencore) wieder reduzieren. Bei den Grundstoffwerten wird sich zunehmend der Fokus auf den 5-Jahres Plan der Chinesen, dieser wird im März vorgestellt, konzentrieren. Die Kasse sollte auf über 10% steigen.

Sonntag, 31. Januar 2016

Monatsbericht zum 31.01.2016 – wikifolio nirvana golden nuggets


Mein Zertifikat wikifolio nirvana golden nuggets hat im Januar rund 5% an Wert gewonnen. Damit startete das Jahr wesentlich freundlicher als für den restlichen Kapitalmarkt. Dies lag insbesondere am anziehenden Goldpreis. Insgesamt wurden 32 Transaktionen durchgeführt – 11 Käufen standen 21 Verkäufe gegenüber. Der Investitionsgrad liegt bei 80%. 

Die internationalen Kapitalmärkte sehen aktuell wieder die Risiken als die Chancen. Insgesamt bleibt das Bild nicht rosig. Das Wachstum geht aus den Schwellenländern und die Industrienationen können vor allem durch fehlende Investitionen und einem zu schwachen Konsum keine Steigerung aufweisen. Der Ölpreis belastet nicht nur die Inflationsziele, sondern auch zu nehmend nachgelagerte Industrien. Die Chemiebranche klagt über fallende Preise, die Versorger sehen die Kostenkurven verflachen, die Airbus-Tochter verkauft weniger Hubschrauber (Hauptabnehmer von Hubschraubern ist die Ölindustrie) und irgendwann werden auch die Zementunternehmen weniger Zement nach Kasachstan, Angola oder Algerien verkaufen.

Erschreckend ist, wie wenig die so expansive Geldpolitik aktuell hilft. Mit einer weiteren Runde expansiver Geldpolitik – allen voran aus Japan – endete der Monat. Die FED wird wohl erst im September den nächsten Zinsschritt wagen und damit steigt allerorts das Papiergeld (der hinterlegte Wert allerdings nicht). Alternativen zum billigen Papiergeld sind Gold und Bit Coins (oder andere neuartige Währungen).

Vor diesem Hintergrund hat Gold vor allem wieder als Krisenwährung an Wert gewonnen. Die Nachfrage gerade aus Ländern, deren Währung abwertet wird weiter zunehmen. Vielerorts handelt Gold bereits auf Rekordniveaus in heimischer Währung, dies gilt für Südafrika, die Türkei oder asiatischen Länder. Auch China wertet stetig ab. Die Chinesen, die ihr Geld nicht ins Ausland bringen können, bietet sich vor allem der Kauf von Gold an.

Allerdings muss man auch hier sagen, unterstellt man, dass Gold die einzige richtige Währung ist, konnte man noch nie so viel Öl, Nickel oder Platin für eine Unze Gold kaufen. So gesehen ist Gold entweder zu teuer, oder die anderen genannten Rohstoffe zu günstig. Gerade bei Öl tendiere ich zur Aussage, Öl ist viel zu günstig. Und der Druck der Förderländer wird den Ölpreis in den kommenden Wochen eher stützen.

Problematisch bei vielen Rohstoffen ist noch die Zunahme der Produktion, dies gilt vor allem noch für Öl. Die Investitionen der letzten Jahre werden nun zu einer höheren Produktion führen. Dies ist bei Gold nicht mehr der Fall. Cerro Negro und Elenore waren die letzten größeren Minen, die in Betrieb genommen wurden. Das heißt, das Goldangebot aus den Minen wird sukzessive zurückgehen. Der wichtige Markt für Recyclingmaterial wird ebenfalls im aktuellen Preisumfeld nicht ansteigen. Sodass das Angebot-Nachfrageprofil für Gold sehr attraktiv ist. Ob dies reicht in einem deflationären Umfeld zu steigen, darf bezweifelt werden – allerdings würde Gold wahrscheinlich dennoch ein Outperformer bleiben.

In einem inflationären Umfeld dagegen müsste Gold steigen.  Aber aktuell wird es wohl keine Inflation geben, die Rohstoffkosten - allen voran Öl - führen eher zu Deflation, die Beschäftigung weltweit führt nicht zu Lohninflation und die Industrieauslastung lässt auch keine Inflation zu. Für Beschäftigung und Auslastung bräuchte man mehr Wachstum, dies kann vor allem durch Fiskalpolitik generiert werden - dementsprechend sind die Diskussion zum Thema Bürgergeld, Steuerreduzierung und Infrastrukturmaßnahmen Gold in unseren Ohren. Die Rohstoffinflation wird aus unserer Sicht kommen, allerdings wird dies wohl noch ein wenig Zeit brauchen.

Die aktuelle Positionierung ist wie folgt zusammenzufassen: Kupferproduzenten mit Goldexposure (Freeport), Platin- und Palladiumexposure und Goldminen.

Freeport hat relativ schwache Zahlen vorgelegt. Einst war Freeport das größte US-Minenunternehmen, heute liegt die Marktkapitalisierung bei 4 Mrd. USD, damit könnte Freeport direkt von Rio Tinto bspw. übernommen werden. Vor allem die Mine Grasberg macht auf politischer Ebene derzeit Probleme. In Grasberg werden aktuell ca. 1,2 Mio. Unzen Gold als Beiprodukt gefördert.  Ab 2020 muss der Tagebau in den Untergrundbau übergeben, dafür bedarf es Investitionen – daher wäre Indonesien gut beraten, eine Lösung mit Freeport zu finden. Die Aktie wird in die Stärke wieder abgebaut – diese sollte mit einer Erholung der Kupferpreise kommen.

Auch Platin stellt eher eine Möglichkeit dar, wenn Gold korrigiert, etwas zu verdienen. Platin handelt derzeit rund 300 USD je Unze unter Gold, was aufgrund der Seltenheit und der Produktionskosten eigentlich keinen Sinn macht. Neben Lägern (in Form von spekulativen Holdings) ist auch die Katalysatorennachfrage (Dieselgate, nachlassende Autoabsätze?) problematisch. Allerdings, auch wenn die Südafrikaner nach wie vor keine Produktionsdisziplin haben, ist ihr großer Vorteil aktuell, dass der Rand weiter schwächer wird und somit die lokalen Kosten weiterzurückgehen.

Eine ähnliche Situation gibt es aktuelle bei den südafrikanischen Goldminen, die in USD verkaufen und in Rand produzieren. Sodass die Margen sehr gut sind. Die Goldminen wurden in die Stärke leicht zurückgefahren. Bei einer kleinen Korrektur des Goldpreises wird der Aufbau vor allem in Südafrikanern und Australier getätigt. 

Die Aussichten werden positiver eingeschätzt als noch vor einem Monat.

Sonntag, 24. Januar 2016

Monatsbericht zum 23.01.2016 - wikifolio nirvana global resources


Mein Portfolio wikifolio nirvana global resources verlor zu Beginn des neuen Jahres rund 10%. Dies war vor allem auf die schwache Kursperformance der Kapitalmärkte einhergehend mit einem Ölpreisverfall geschuldet. Seit Jahresbeginn wurden drei Transaktionen durchgeführt – zwei Limitverkäufen stand ein kleiner Kauf gegenüber. Der Investitionsgrad liegt bei 93%.

Das Jahr hat katastrophal für die Rohstoffunternehmen begonnen. Einzig Gold konnte sich dem Abverkauf und den nachlassenden Preisen widersetzen. Besonders hart hat es Öl getroffen, wo die Brentnotierung auf 27 USD je Barrel gefallen ist.

Allerdings auch die restlichen Branchen und Märkte hat es hart erwischt. Mit einem Minus beim DAX von -11% bzw. einem S&P in Euro von -8% gab es in diesem Jahr keinen positiven Januareffekt und das, obwohl wir weiterhin geldpolitische Maßnahmen in Japan und Europa haben und im Laufe der nächsten Woche die FED wahrscheinlich auch eine Zinspause bis September signalisieren wird.

Zunehmend als Problem kristallisieren sich folgende Punkte heraus: fehlende Wachstumsimpulse aus den Schwellenländern, fehlende Maßnahmen aus China, beginnender US-Wahlkampf und eine schwächere Ergebnissaison. Die USA sind in einer technischen Rezession – während die Industriewerte Null-Wachstum sehen, ist das Bild des Konsumenten ebenfalls nicht sehr rosig.

Auf die Rohstoffe ist das Bild ebenfalls düster – obwohl viele dieser Preise mittelfristig keinen Sinn machen, dazu aber später mehr. Hauptproblem des Sektors ist vor allem die Verflachung der Angebotskurve bei deutlichen Überkapazitäten.

Das Thema der Überkapazitäten sollte sich nach und nach auflösen. Bei Gold und Zink kommen keine neuen Minen mehr, sodass hier die Produktion zunehmend rückläufig ist, bei Kupfer kommt nach Los Bronces keine neue große Mine in diesem Jahr mehr. Bei Eisenerz sollten die drei großen ihre Kapazitäten nicht weiter ausbauen. Problematisch bleibt Öl, wo vor allem von den Ölländern noch wenig Disziplin zu verspüren ist.

Mit Öl wird das Dilemma deutlich. Viele Länder können keine Kürzungen vornehmen, weil sie die Einnahmen für den Haushalt brauchen und die Länder, die es könnten – allen voran Saudi Arabien - wollen keine Marktanteile verlieren. So sehen sich nun die Golfstaaten gezwungen alternative Geldquellen zu suchen (Steuererhöhungen), was zu weniger Wachstum in diesen Ländern führen wird oder den Abverkauf ihrer riesigen Staatsfonds, was wiederum Druck für die Aktienmärkte bedeutet. Mit einem möglichen Börsengang von Saudi Aramco könnte Saudi Arabien weiter Druck auf den Ölpreis ausüben. Aus unserer Sicht muss die Kürzung vor allem von den US-Unternehmen bzw. kanadischen Ölsandunternehmen kommen. Da der Produktionspeak noch nicht abzusehen ist bleiben, ich weiterhin vorsichtig bei den Ölnamen. Einzig Freeport und BHP haben Ölexposure.

Gleichwohl hat der Ölpreis auch einen negativen Effekt auf die Rohstoffe. Der Zusammenhang bei den anderen Energierohstoffen ist einfach. Weder Kohle noch Uran können gegenüber Öl stark steigen, da sie dann substituiert werden würden. Allerdings gerade bei Uran ist die Angebotskurve wesentlich interessanter. Für Kohle ist das Bild genauso schwarz wie für Öl. Unternehmen die Kohle haben (allerdings für die aktuellen Gewinne eher unwichtig) sind Glencore, South32 und BHP.

Öl wird allerdings auch als Kostenposition – in Form von Treibstoff- und Stromkosten - beim Abbau der anderen Metalle geführt. Durch den niedrigeren Ölpreis kommt es zu einer Verflachung der Kostenkurve, wodurch die Industrieprofitabilität abnimmt. Da jeder günstiger produziert und somit der Schnittpunkt zischen Angebot und Nachfrage sinkt. Versucht man über den Ölpreis per Regression den Kupfer- oder Goldpreis herzuleiten, lägen diese bei ca. 3.000 USD/T (Kupferpreis aktuell bei ca. 4.500 USD/T) und bei 450 USD/Unze bei Gold.

Kann ich mir einen Kupferpreis von 3.000 USD vorstellen, vor dem Hintergrund, dass die Nachfrage durch bspw. Elektromobilität und der strukturellen Nachfrage der Schwellenländer weiter zu nimmt und auf der Angebotsseite zunehmend der Peak erreicht ist. Nein! Aber auch hier ist vor allem Codelco negativ zu erwähnen, die Menge vor Preis stellen und insgesamt sind die Kapazitätskürzungen der Industrie zu gering.

Bei Gold hat das Jahr eigentlich ganz gut begonnen. Der Goldpreis hat sich erholt einhergehend mit den Goldminenaktien. Obwohl das Verhältnis Gold zu den anderen Rohstoffen eher sagt, dass Gold überbewertet ist, fühle ich mich weiterhin wohl bei den Goldnamen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass allerorts die Schuldenberge sich aufbauen und die expansive Geldpolitik nicht in nennenswertem Wachstum resultiert. Mit weiter abnehmenden Wachstumsraten erscheint der aktuelle Markt sehr schwierig.

Zunehmend mache ich mir Sorgen, das wir wieder auf ein ähnliches Jahr wie 2008 zu steuern. Daher werde ich versuchen, das Goldexposure auszubauen und bei einer Gegenbewegung der Industriemetalle einige Positionen zu reduzieren.

Bei der größten Position Bougainville scheint langsam Bewegung in die ursprüngliche Geschichte zu kommen. Nachdem Rio Tinto Mitte 2014 gesagt hatte, man prüfe alle Optionen, scheint es man versuche die 53%-Beteiligung an Papua Neuguinea zu verkaufen. Ein Kauf durch PNG sollte zu einem öffentlichen Angebot für Kleinaktionäre führen. Der genannte Wert läge in etwa dreimal höher als aktuell. Daher wird diese Position weitergehalten.



Samstag, 23. Januar 2016

Interessantes Produkt - Treibstoff auf dem heutigen Niveau absichern

Mein Portfolio soll zukünftige Spritpreiserhöhungen durch ETFs auf Öl- und Ölderivate absichern. Dabei steht vor allem der Absicherungsgedanke und nicht die Spekulation im Vordergrund. 

Die Absicherung erfolgt vor allem über Trendberechnungen und Regressionen. Für Korrelation und Bestimmtheitsmaß wird versucht durch eine monatliche Überprüfung einen möglichst hohen Wert zu ermitteln. 

Die verbleibende Kasse wird versucht zu verzinsen. Auch hier steht nicht die Spekulation, sondern ein Geldmanagement im Vordergrund. Eine Portfolioanpassung erfolgt zeitnah bzw. innerhalb von 30 Tagen, wodurch die Abweichung zum Spritpreis sich nicht zu stark verändert und aus der Absicherungspostion und Spekulation wird. 


Folgende Risiken können bei dieser Strategie nicht ausgeschlossen werden: * Eine veränderte Besteuerung von Treibstoff kann nicht abgebildet werden. 

* Ein perfekter Hedge ist basierend auf den aktuellen Korrelationen und mit den Instrumenten die aktuell bei wikifolio angeboten werden nicht möglich. 

 * Regionale Preisunterschiede können zu einer Verwerfung führen. 

* Ebenfalls sind Preismuster die auf Wochentagen (freitags teuerer als sonntags) oder Ferien beruhen ebenfalls nicht abbildbar. 

* Externe Faktoren wie Kriege, Terroranschläge, Raffinerieunfälle, starke Währungsbewegungen, Entstehen von größeren Preisdifferentialen zwischen bspw. WTI und Brent, oder ähnlichen können zu einer veränderten Korrelation führen. 

* Bank- und Wikifoliogebühren werden nicht berücksichtigt. 


Auch wenn sich die Liste der Risiken sehr lange liest, macht es für mich und mein Umfeld Sinn eine solche Strategie zu fahren. Unsere aktuellen Treibstoffkosten liegen bei rund 6.000 Euro p.a., sollte der Spritpreis sich um 50% verändern, müssten wir 9.000 Euro p.a. zahlen. 

 Mittelfristig gehen wir davon aus, dass der Ölpreis wieder auf 80 USD je bbl steigt, dies deckt sich mit der aktuellen Einschätzung der IEA. Aufgrund der langen Zyklen im Rohstoffsektor ist ein über- und unterschiessen um den Gleichgewichtspreis normal. Das soll heißen, desto länger die aktuelle Krise dauert, um so wahrscheinlicher wird es, dass der Ölpreis auch mal in Richtung 200 USD je bbl. geht. 

Sollte dies der Fall sein, werden unsere Treibstoffkosten deutlich ansteigen. Um diesem Risiko Rechnung zu tragen, macht es aus meiner Sicht Sinn, besser einen Teil der zusätzlichen Kosten abzusichern (als überhaupt nichts). Zumal Bargeld, was aktuell auf dem Konto liegt, keinen Zinsertrag bringt. 


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Sonntag, 3. Januar 2016

Auswertung Umfrage „Aktienmarkt 2016“



Vielen Dank für die Unterstützung der Umfrage. Anbei die Auswertung:


Was die Mehrheit erwartet:


  • Der DAX wird in 2016 steigen (53%)
  • Der deutsche Aktienmarkt wird den amerikanischen Aktienmarkt outperformen (40%)
  • Der Euro wird gegenüber dem US-Dollar weiter abwerten (48%)
  • Wachstumsunternehmen werden den breiten Markt outperformen (45%)
  • Gold entwickelt sich eher stabil in 2016 (55%)


Was die Wenigsten erwarten:


  • Der DAX wird in 2016 fallen (20%) 
  • Der deutsche Aktienmarkt wird sich wie der amerikanischen entwickeln (20%)
  • Der Euro wird gegenüber dem US-Dollar sich stabil verhalten (18%)
  • Zyklische Aktien werden den breiten Markt outperformen (15%)
  • Gold wird entweder steigen oder fallen in 2016 (jeweils 23%)




Wenn die Mehrheit recht behält, sollte der DAX in diesem Jahr wieder steigen. Fast 53% der Teilnehmer gehen von einem höheren DAX-Stand zum Jahresende aus. Lediglich 20% sind hiervon nicht überzeugt und sehen den DAX im Jahresverlauf im Minus.

Aus meiner Sicht spricht vor allem die sehr laxe Geldpolitik der EZB für eine Stärke des Aktienmarktes. Dies unterscheidet den „alten Kontinent“ von den USA, wo der Zinszyklus bereits im Dezember 2015 gedreht hat und die Geldpolitik für den Aktienmarkt eher hinderlich sein kann.

Daher ist es ebenfalls nicht verwunderlich, dass rund 40% der Teilnehmer die Aktienmarktperformance in den USA schwächer als die des DAX einstufen. Insgesamt ist die USA schon weiter im wirtschaftlichen Zyklus, sodass neben der Geldpolitik auch die Dynamik bei den volkswirtschaftlichen Daten (GDP-Wachstum, Gewinnwachstum) in Europa größer sein sollte.

Umgekehrt muss allerdings auch festgehalten werden, dass immerhin 35% der Befragten die USA in 2016 vor dem DAX sehen werden. Dies könnte mit dem hohen Anteil von Wachstumswerten in den USA und der positiven Einstufung dieser Aktien zusammenhängen.

In einer Welt mit wenig Wachstum sollten gerade Wachstumswerte hervorstechen. Daher ist es wenig verwunderlich, dass 45% der Teilnehmer, dies ebenfalls so sehen. Die Verlierer von 2015 sind dem nach auch die Verlierer in 2016 lediglich 15% der Befragten glauben, dass zyklische Werte den Aktienmarkt outperformen werden. Vor dem Hintergrund der hohen Bewertung der defensiven Dividendenwerten und der Währungsproblematik ist die hohe Zuversicht (40%) in die Chancen dieser Aktien verwunderlich.

Die Mehrzahl der Befragten gehen von einem schwächeren Euro aus (48%) – was eigentlich vor allem für die deutschen Zykliker sprechen würde. Ein schwächerer Euro steht im Einklang mit der Zinsbewegung in Europa und Amerika. Umgekehrt spricht die wahrscheinlich dynamischere Entwicklung des Wachstums in Europa für einen stärkeren Euro, was ebenfalls 35% der Befragten erwarten. Keine Entwicklung bzw. ein stabiles Umfeld für die beiden Leitwährungen sehen lediglich 18%.

Alle bisherigen Antworten sind eher positiv für den Aktienmarkt, eine Krise oder gar ein Crash lässt sich hieraus nicht ablesen. Dementsprechend ist die Meinung bei der Krisenwährung Gold ebenfalls nicht ausgeprägt. Die Mehrzahl geht von einer stabilen Entwicklung aus (55%). Eine Bewegung nach ober oder unten wird lediglich von 23% gesehen.

Dennoch bleibt es spannend, alles Gute ür 2016 ...